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Das Anwesen von Illens – Ein architektonisches Terrain zwischen Steinen, Glauben und Legenden

Illustration d'un paysan tenant une fourche dans un pré verdoyant, avec une ferme et une chapelle en arrière-plan, évoquant la vie rurale médiévale autour du domaine oublié d'Illens sur les Chemins de la Sarine.

Bereits im 12.Jahrhundert herrschte auf den Ländereien von Illens reges und geschäftigesTreiben. Dort, am Ufer der Saane, erstreckten sich Bauernhöfe namens Les Granges devant Illens, die zur mächtigen Herrschaftgleichen Namens gehörten. Unweit des Schlosses befand sich eine kleineromanische Kapelle, die dem Heiligen Nikolaus geweiht war und in der dieBewohner und Bediensteten des Anwesens beteten. Sie wurde erstmals 1441 erwähntund verschwand im Laufe der Zeit, bis ihre Fundamente 1915 beim Wiederaufbaudes Bauernhofs wiederentdeckt wurden.

Die Bauernhöfe bildeten das Herzstück deslandwirtschaftlichen Anwesens von Illens. Auf einer Fläche von fast 140 Hektarversorgten sie das Schloss und die Umgebung, die die wirtschaftliche Lebensaderder Herrschaft darstellten. Ihre Bedeutung war so gross, dass das Anwesen 1845zu einer eigenständigen Gemeinde erhoben wurde, obwohl dort nur drei Haushaltelebten. Im Jahr 1885 wurde die kleine Gemeinde zusammen mit Rossens verwaltet,bevor sie 1972 endgültig eingemeindet wurde.

Aber das Anwesenerlebte noch weitere Wandlungen. Von 1893 bis 1914 beherbergten die Gebäude dieaus Frankreich vertriebenen Trappistenmönche der Abtei Port-du-Salut. DieseOrdensbrüder, die zu Eigentümern von Illens geworden waren, belebten den Ort inder Stille der Arbeit und des Gebets wieder und gaben diesem Land seinespirituelle und arbeitsame Bestimmung zurück.

Noch heute erinnert dasAnwesen von Illens an dieses doppelte Erbe: das eines herrschaftlichen Sitzesund das eines für die Region wichtigen landwirtschaftlichen Zentrums.

Quellen:

  • Association du Château d’Illens
  • DHS – Dictionnaire historique de la Suisse
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